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Jom HaSchoa in Jerusalem
Aufgrund erhöhter Sicherheitsbestimmungen fand die Kranzniederlegung in diesem Jahr nicht im Rahmen der offiziellen staatlichen Gedenkzeremonie statt. Zugleich waren – wie bereits im vergangenen Jahr – keine ASF-Freiwilligen im Land, die diese Aufgabe traditionell übernehmen. Stattdessen legten Uriel Kashi und Annett Daffan den Kranz stellvertretend für das ASF-Büro in Israel nieder.
Im Vorfeld der Zeremonie fand in der sogenannten Halle des Gedenkens eine Namenslesung statt. Dort wurde das Ausmaß des Verlustes auf eindrückliche Weise spürbar: Eine Frau, die heute in Australien lebt, berichtete, dass sie während der Schoa mehr als 200 Familienangehörige verloren habe – zu viele, um sie alle vorzulesen. Eine andere Teilnehmerin benötigte zehn Minuten, um die Namen ihrer ermordeten Angehörigen zu nennen. Diese Momente machen deutlich: Erinnerung ist nicht abstrakt – sie ist zutiefst persönlich und wirkt über Generationen hinweg.
Die Arbeit von ASF ist getragen von dem Auftrag, zu erinnern, Verantwortung zu übernehmen und Dialog sowie Versöhnung zu fördern. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und Konflikt bleibt dieser Auftrag von besonderer Bedeutung.
Wir blicken mit Hoffnung darauf, dass ASF-Freiwillige im kommenden Jahr unter friedlichen Bedingungen nach Israel zurückkehren – um an Jom HaSchoa teilzunehmen und diese wichtige Arbeit des Erinnerns und der zwischenmenschlichen Begegnung fortzuführen.